König Friedrich Straße

Sie erstreckt sich heute von der Dammstraße bis zur Homberger Straße und war die erste Straße, die nach dem 1782 aufgestellten Stadtbauplan bebaut wurde. Auch dieser Bauplan umfasste auch die spätere Harmonie- und Fabrikstraße (jeweils nur bis zur heutigen Weinhagenstraße) und die Schulstraße (bis zur Landwehrstraße). Außerdem war ein Marktplatz vorgesehen (heute Neumarkt), der von einer Kirche und einem Rathaus flankiert werden sollte. Die Neustadt auf dem so genannten Husterkamp wurde im Westen von der König-Friedrich-Wilhelm-Straße begrenzt, im Osten von einer Viehtrift (der späteren Landwehrstraße) und im Norden von der so genannten Woye oder Wande (in etwa die Linie Weinhagen-/Bergiusstraße), einem als Weide genutzten ehemaligen Wasserarm, der bei Hochwasser aber immer wieder voll Wasser lief. Im Süden grenzte die Stadterweiterung an die Gärten der Häuser der Damm- und Hafenstraße, die als erste Häuser außerhalb der Altstadt ab 1756 errichtet worden waren. Der Stadtbauplan umfasste 80 verschieden große Hausstellen, die in massiver Bauweise bebaut werden sollten. Für die König-Friedrich-Wilhelm-Straße war die Bebauung im Wesentlichen bis 1803 abgeschlossen. Das erste Haus erbaute 1782 der Gastwirt Hermann Herker aus dem Amte Beeck an der Ecke zur Dammstraße. Als Name der Straße war zuerst Oberstraße in der Planung gewesen. Wann sie die Bezeichnung Friedrich-Wilhelm-Straße erhielt, ist nicht bekannt. Im Jahre 1828 ist dieser Name allerdings schon belegt. Ab 1849 wurde auf Wunsch der Anlieger eine Verlängerung der Straße bis zum Eisenbahnhafen geplant, die erst 1857 fertig gestellt wurde.

Als man 1910 daran ging, die durch die 1905 erfolgte Eingemeindung Ruhrorts und Meiderichs nach Duisburg vorhandenen doppelten Straßennamen zu beseitigen, erhielt die Straße den Namen Germaniastraße. Dies brachte aber die Anwohner in Aufruhr. In zahlreichen und hartnäckigen Eingaben an die Stadtverwaltung, den Regierungspräsidenten – man drohte sogar mit einer Beschwerde beim Kaiser – versuchte man den Namen wieder zurück zu bekommen. Es wurde die besondere patriotische Gesinnung der Ruhrorter angeführt, die Ausdruck in der Straßenbenennung gefunden hatte. Außerdem war die Ruhrorter Friedrich-Wilhelm-Straße älter als die Duisburger. Die Stadtverwaltung ließ sich jedoch nicht erweichen, machte aber einen Vorschlag zur Güte: die Hausbesitzer in Ruhrort sollten wählen zwischen Germaniastraße oder Preußenstraße, was aber von ihnen empört abgelehnt wurde. Am 21.3.1911 beschloß die Baukommission dann letztendlich die Straße in König-Friedrich-Wilhelm-Straße umzubenennen. Wer auf diesen salomonischen Vorschlag gekommen war, ist nicht überliefert.

Namensgeber für die Straße war vermutlich Friedrich Wilhelm III. (Potsdam 3.8.1770 – 7.6.1840 Berlin), König von Preußen 1797 bis 1840, oder sein Sohn Friedrich Wilhelm IV. (Berlin 15.10.1795 – 2.1.1861 Schloß Sanssouci).

Quelle: www.duisburgweb.de

 
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